Perspektive

Nachrichtenwert schlägt Reichweite.

Reichweitenzahlen beeindrucken auf Pitch-Folien – und verpuffen im Redaktionsalltag. Was Journalistinnen und Journalisten wirklich interessiert, ist der Nachrichtenwert einer Geschichte. Wer ihn versteht, kommt in die relevanten Medien.

2 Min. Lesezeit · Philipp von Roeder

In Kick-off-Meetings höre ich oft dieselbe Zielsetzung: „Wir wollen in die großen Medien.“ Fast nie höre ich: „Wir haben eine Geschichte, die wirklich neu ist.“ Genau das aber ist der Unterschied zwischen einer PR, die berichtet wird, und einer, die im Postfach der Redaktion versandet.

Nachrichtenwert entsteht dort, wo etwas relevant, neu und einzuordnen ist. Eine neue Finanzierungsrunde ist selten alleine eine Nachricht. Ein neues Produkt ist es nur, wenn es ein Problem löst, das viele haben. Und ein neuer Markt wird interessant, wenn er ein bestehendes Verständnis herausfordert.

Meine Aufgabe als PR-Berater ist es, den Nachrichtenwert einer Geschichte zu finden – oft dort, wo Unternehmen ihn selbst nicht mehr sehen, weil sie zu tief in ihrer Technologie stecken. Dazu gehört die unbequeme Frage: Warum sollte jemand ausserhalb Ihres Unternehmens darüber lesen wollen?

Wer den Nachrichtenwert zuerst klärt, spart sich Streuverluste in der Medienarbeit. Und erreicht am Ende genau die Reichweite, die zu Beginn als Ziel formuliert wurde – aber auf einem tragfähigen Fundament.