Praxis
KI ist ein Werkzeug.
Kommunikation bleibt Handwerk.
Recherche, Analyse, Auswertung: Künstliche Intelligenz beschleunigt vieles in der Kommunikationsarbeit. Aber der Kern von PR bleibt ein Handwerk zwischen Menschen – mit Vertrauen, das sich nicht generieren lässt.
2 Min. Lesezeit · Philipp von Roeder
KI ist in der PR-Arbeit angekommen. In Sekunden lassen sich Themenlandschaften analysieren, Redaktionsentwicklungen nachvollziehen, Statements strukturieren. Wer das ignoriert, arbeitet ineffizient. Wer es überschätzt, arbeitet fahrlässig.
In meiner Arbeit nutze ich KI überall dort, wo sie einen echten Mehrwert schafft – etwa bei Recherche, Marktanalysen und beim Vorstrukturieren von Inhalten. Sie ist ein exzellenter Sparringspartner für Denkarbeit, aber ein schlechter Ersatz für ein Gespräch mit einer Journalistin.
Denn Public Relations lebt von Beziehungen. Redaktionen wollen wissen, wer hinter einer Geschichte steht, wie belastbar eine Quelle ist und ob sie sich auf ein Statement verlassen können. Diese Ebene entsteht nicht in einem Prompt, sondern über die Zeit – in Telefonaten, Kaffees, kritischen Rückfragen.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob KI in der PR eingesetzt wird, sondern wo. Für alles, was zwischen Menschen entschieden werden muss, bleibt der Mensch verantwortlich. Genau dort liegt der Wert eines PR-Beraters – heute mehr als je zuvor.